Das Sicherheitsmodell
Ein Sicherheitsversprechen ohne benanntes Angreifermodell ist wertlos. Diese Seite sagt deshalb zuerst, wovor TalX schützt – und im gleichen Atemzug, wovor nicht.
Wogegen TalX schützt
Abschnitt betitelt „Wogegen TalX schützt“| Angreifer | Schutz |
|---|---|
| Mitlesen auf dem Funkweg – jemand im selben WLAN, in Bluetooth-Reichweite, im Mobilfunknetz | vollständig. Was das Gerät verlässt, ist fertiger Ciphertext. Kein Transport kennt einen Schlüssel. |
| Der Relay-Betreiber liest mit | ausgeschlossen. Er bekommt ausschließlich AES-GCM-Ciphertext und kann ihn weder lesen noch unbemerkt verändern. |
| Späterer Diebstahl eines Schlüssels (Forward Secrecy) | ja. Jede Nachricht hat ihren eigenen, sofort verbrauchten Schlüssel – ab der allerersten Nachricht. |
| Einmalige Kompromittierung (Post-Compromise-Security) | ja. Der Ratchet erholt sich beim nächsten Richtungswechsel von selbst. |
| „Jetzt sammeln, später mit Quantenrechner entschlüsseln“ | ja. ML-KEM-1024 ist zusätzlich zum klassischen Verfahren in den Wurzelschlüssel gemischt. |
| Man-in-the-Middle beim Verbinden | ja – über J-PAKE beim Code-Pairing, und über die Sicherheitsnummer nachprüfbar. |
| Gestohlenes, ausgeschaltetes Gerät | ja. Datenbank und Anhänge sind verschlüsselt; der Schlüssel dazu hängt am Secure Element genau dieses Geräts. |
| Kopierter App-Ordner, kopiertes Backup | ja. Ohne das Secure Element dieses Geräts lässt sich nichts auspacken. |
| Rechte-Erschleichung in Gruppen | ja. Jedes Gerät prüft die Rolle des Absenders selbst. |
| Manipuliertes Sprachmodell aus dem Netz | ja für künftige Downloads – Prüfwert und Größe sind in der App eingebaut. |
Wogegen TalX nicht schützt
Abschnitt betitelt „Wogegen TalX nicht schützt“| Angreifer | Realität |
|---|---|
| Der Relay-Betreiber sieht Metadaten | ja, das sieht er. Welche Kennungen wann miteinander kommunizieren. Minderung: selbst betreiben oder rein offline nutzen. |
| Jemand im selben lokalen Netz sieht Anwesenheit | ja. Die Ankündigung per mDNS zeigt, welche TalX-Kennungen im Netz sind. Inhalte bleiben verschlüsselt. |
| Entsperrtes Gerät in fremder Hand | nein. Der Wickel-Schlüssel ist bewusst nicht an eine Nutzer-Authentifizierung gebunden, damit der Empfang im Hintergrund läuft. Gemindert durch die separate App-Sperre. |
| Gerootetes Gerät mit aktiver Schadsoftware | nein. Das gilt für jede App. |
| Der Empfänger selbst | nein. Wer eine Nachricht lesen darf, kann sie abfotografieren, weiterleiten oder behalten. Auch „Einmal ansehen“ ändert daran nichts. |
| Ein Angreifer mit Zugriff auf den Play-Store-Auslieferungsweg | teilweise. Es gibt keine reproduzierbaren Builds – man kann nicht unabhängig nachrechnen, dass die ausgelieferte App aus genau diesem Quelltext entstand. |
| Subtile Protokollfehler, die intern niemand sieht | offen. Genau dafür gibt es unabhängige Audits – und genau das fehlt. |
Nutzerseitige Schutzfunktionen
Abschnitt betitelt „Nutzerseitige Schutzfunktionen“- Sicherheitsnummer – im Chat über das Schild-Symbol. Vergleichen über einen zweiten Kanal, dann als verifiziert markieren.
- Warnung bei Schlüsselwechsel – ändert sich die Nummer unerwartet, sagt TalX es im Chat.
- App-Sperre – Biometrie oder Gerätecode vor dem Öffnen.
- Screenshot- und Recents-Schutz – standardmäßig an; die App erscheint in der Übersicht als schwarze Fläche.
- Verschlüsselte Sitzung zurücksetzen – wenn eine Sitzung nachhaltig aus dem Tritt geraten ist.
- Kontakt löschen – entfernt Kontakt, Verlauf und sämtliches zugehörige Schlüsselmaterial, auch in Gruppen.
- Offline-Verbindungen abschalten – wenn das Gerät in fremden Netzen nicht sichtbar sein soll.
Inhaltsmoderation
Abschnitt betitelt „Inhaltsmoderation“TalX ist ein reiner Direktnachrichten-Dienst: Es gibt keine öffentlichen Kanäle, keine Suche nach Personen, keine Empfehlungen und keine Möglichkeit, von Unbekannten angeschrieben zu werden. Kommunikation setzt voraus, dass zwei Geräte sich vorher bewusst verbunden haben.
Zusätzlich läuft ein Filter gegen rechtsextreme Anzeigenamen und Statustexte – mit Erkennung typischer Zeichenersetzungen und, das ist der Punkt, auch beim Empfang. Wer den Filter mit einer veränderten App umgeht, kommt trotzdem nicht durch: Die Gegenseite filtert ebenfalls.
Wer jemanden nicht mehr hören will, hat zwei Möglichkeiten:
- Blockieren (Kontakt-Info → Blockieren, zweistufig bestätigt). Von einer blockierten Person wird nichts mehr angenommen – keine Nachrichten, keine Anhänge, keine Anrufe, keine Profil- oder Präsenzangaben, auch nicht in gemeinsamen Gruppen. Umgekehrt geht nichts mehr raus, und Ausstehendes fliegt aus der Warteschlange. Der Verlauf bleibt erhalten.
- Löschen (Langdruck in der Chatliste). Entfernt den Kontakt samt Verlauf und Schlüsselmaterial vom Gerät.
Eine Blockierung überlebt ein Neu-Pairing, auch mit neuem Schlüssel – sonst wäre sie wertlos: Wer blockiert wurde, müsste bloß neu installieren. Sie gilt der Person, nicht dem Schlüssel.
Weiterlesen
Abschnitt betitelt „Weiterlesen“- Kryptografie im Detail – welche Verfahren mit welchen Parametern
- Auditbefunde – alle bisherigen Befunde mit Status
- Grenzen, offen benannt – die vollständige Liste dessen, was TalX nicht leistet
